Wo findet Kindertagespflege statt ...?

... im Haushalt der Kindertagespflegeperson

Tageseltern betreuen nach einer entsprechenden Qualifizierung auf selbstständiger Basis bis zu fünf Kinder gleichzeitig bei sich zu Hause.

Eine Erlaubnis zur Kindertagespflege ist immer dann nötig, wenn ein Kind mehr als 15 Stunden pro Woche und länger als drei Monate lang betreut wird. Bei Vorliegen einer Pflegerlaubnis sind die Tageskinder automatisch gesetzlich unfallversichert. Die Räumlichkeiten werden vor Inbetriebnahme selbstverständlich überprüft. Näheres dazu lesen Sie bitte unter dem Punkt Qualifizierung und Qualitätssicherung nach.

… im Haushalt der abgebenden Eltern

Wenn die Kindertagespflege im Haushalt der Eltern des Tageskindes stattfindet, so werden die Eltern damit automatisch zum Arbeitgeber. Die Kindertagespflegeperson heißt dann Kinderbetreuer/in, oder -so der noch überall vorherrschende Begriff- "Kinderfrau" (sofern es eine Frau ist). In diesem Fall sind von den Eltern arbeitsrechtliche Bestimmungen zu befolgen und Beiträge zur Sozialversicherung bzw. zur gesetzlichen Unfallversicherung zu zahlen.

Die/Der Kinderbetreuer/in ist entweder auf Minijobbasis oder sozialversicherungspflichtig bei den Eltern angestellt. Auch an im Haushalt tätige Personen, die für die Kinderbetreuung eingestellt wurden, werden von Seiten des Jugendamtes dieselben Anforderungen gestellt, wie an diejenigen, die außerhalb der Familien selbstständig tätig sind. Kinderbetreuer/innen erhalten keine Pflegeerlaubnis, sondern eine sog. Bescheinigung der Geeignetheit (BdG). Sie müssen dieselben Anforderungen wie für eine Pflegerlaubnis erfüllen. Vor der Tätigkeit findet ein Gespräch mit einer/einem Mitarbeiter/in des Jugendamtes statt.

Hausbesuche von Seiten des Kindertagespflegebüros entfallen in diesem Fall.

KInderbetreuer/innen sind für die Kinderbetreuung da und keine Haushaltshilfe! Sie arbeiten zudem weisungsgebunden.

Eltern können auf Antrag durch den Landkreis -ausgezahlt durch die Wohnortgemeinde- ebenso die Förderung in Anspruch nehmen, wie andere Eltern, die ihre Kinder zu einer selbstständigen Kindertagespflegeperson bringen. Das heißt, sie zahlen ihren Kostenbeitrag genau wie alle anderen Eltern an die Wohnortgemeinde/-Stadt, entsprechend ihres Einkommens. Auch bei einer Kinderbetreuung im Haushalt errechnet sich der Beitrag der zu zahlen ist, lediglich aus dem Einkommen der Eltern.

Kinderbetreuer erhalten grundsätzlich ebenso wie selbstständig tätige Kindertagespflegepersonen entweder 4,70 € oder 5,00 € pro Stunde (je nach Qualifikation oder Erfahrung), jedoch abzüglich eines Sachaufwands in Höhe von 1,10 €.

Dieser Sachaufwand wird abgezogen, da die Betreuung nicht in den eigenen Räumen stattfindet. Somit werden letztlich 3,90 € bzw. 3,60 € ausgezahlt.

Die Stadt/Gemeinde zahlt somit den Stundenlohn direkt an die Kindertagespflegeperson, so wie sie auch bei Selbstständigen macht.

Stellen Eltern eine/n Kinderbetreuer/in ein, müssen sie den Mindestlohn zahlen. Natürlich kann man sich auch auf ein höheres Entgelt einigen. Der Mindestlohn liegt derzeit bei 8,84 € abzüglich 3,90 € die die Gemeinde übernimmt, somit bleiben 4,94 € pro Stunde. Zudem müssen sie die Mitarbeiterin bei der Minijobzentrale anmelden und anteilige SV-Beiträge zahlen.

Zusammengefasst bedeutet das:

Eltern zahlen:

* den aus ihrem Einkommen errechneten Kostenbeitrag an die Wohnortgemeinde/-stadt

* und den (auf den Stundenlohn, die die Gemeinde/Stadt an die Kinderbetreuerin zahlt) auf den Mindestlohn bzw. das ausgehandelte Gehalt aufzustockenden Betrag an die Kinderbetreuungsperson.

* Ggf. anteilige oder volle Sozialversicherungsbeiträge (je nach dem ob es eine Mini-, Midi, oder sozialversicherungs-pflichtige Anstellung ist).

Kinderbetreuer/innen erhalten:

* den Stundensatz durch die Wohnortgemeinde/-Stadt

* den Lohn der Eltern

… in einer sog. „Großtagespflege“

Hier werden die Kinder in einer kleinen Einrichtung betreut. Oftmals werden Räume von der Kindertagespflegeperson angemietet oder in entsprechenden Räumen des eigenen Haushaltes durchgeführt. Die Betreuung erfolgt entweder durch zwei qualifizierte Tagespflegepersonen, die bis zu 8 Kinder gleichzeitig betreuen dürfen. Arbeiten eine qualifizierten Tagespflegeperson und eine pädagogisch ausgebildeten Fachkraft (Erzieherin, Sozialassistentin/Kinderpflegerin, Heilpädagogin, Dipl.-Pädagogin, Dipl.-Sozialpädagogin) gemeinsam in der Großtagespflegestelle, dann dürfen bis zu 10 Kinder zeitgleich betreut werden. Auch hier gelten bestimmte rechtliche Voraussetzungen zur Inbetriebnahme einer Großtagespflege (GTP).

Im Landkreis Cloppenburg existieren bereits viele GTPstellen und die Zahl nimmt stetig zu.

… in anderen geeigneten Räumen

Tageseltern können selbstverständlich auch Räume anmieten und dort die Kindertagespflege durchführen. Es gelten dieselben Bestimmungen wie im Haushalt der Kindertagespflegeperson.