Kinderrechte und Kinderschutz

Kinder haben Rechte!


UN-Kinderrechtskonvention, Artikel 12: Berücksichtigung des Kindeswillens: „Kinder müssen bei allen Entscheidungen, die sie betreffen, nach ihrer Meinung gefragt werden. Kinder dürfen ihre Meinung frei heraus sagen und diese muss dann auch berücksichtigt werden.“

"Demokratie ist die einzige Staatsform, die gelernt werden muss.“

(Oskar Negt, Sozialphilosoph)

Kinderrechte und Kinderschutz

Kinderrechte begründen sich alleine schon dadurch, dass nach Art. 1 der Erklärung der Menschenrechte jeder Mensch "frei und gleich an Würde und Rechten geboren" wurde. Menschenrechte differenzieren nicht nach Altersunterschieden.

Der Begriff der Kinderrechte wird jedoch in der öffentlichen Wahrnehmung oft reduziert auf "Schutzauftrag" oder "Hilfen und Maßnahmen der Intervention und Prävention". Kinderschutz ist jedoch mehr, als der Schutz vor körperlicher und sexueller Gewalt. Kinderschutz bedeutet, alle körperlichen, geistigen und seelischen Gefährdungen und Einschränkungen einzubeziehen.

Deshalb differenzieren wir auf dieser Seite nicht zwischen Kinderschutz und Kinderrechten. Jedes Kind hat schließlich das Recht, geschützt zu werden!

Das Team des Kindertagespflegebüros bildet sich kontinuierlich in den Themenfeldern Kinderrechte und Kinderschutz weiter. Zudem stehen Ihnen zwei ausgebildete Fachkräfte zur Verfügung, die sich auch speziell als "insoweit erfahrene Fachkraft" nach § 8a SGB VIII weitergebildet haben.

Wir kooperieren zudem mit dem "Netzwerk Frühe Hilfen des Landkreises Cloppenburg". Lokale und regionale Unterstützungssysteme werden hier koordiniert, und so können Eltern ab Beginn der Schwangerschaft, sowie in den ersten Lebensjahren, vielfältige Beratungs- und Unterstützungsangebote wahrnehmen.

Demokratie zu erlernen, das ist ein Prozess! Partizipation schon für die Kleinsten

Wir vom Kindertagespflegebüro möchten das Thema "Beteiligung und Mitbestimmung von Kindern" sowohl als Thema der frühkindlichen Bildung "in die Welt tragen" aber auch daran mitwirken, dass Kinder als eigenständige individuelle "Subjekte" gesehen und gehört werden. Viel zu oft werden Kinder als "Objekte" betrachtet. Jedes Kind hat ein Recht darauf, an Entscheidungen, die es selbst betreffen, beteiligt zu werden.

Natürlich ist jedem Kind mit Respekt zu begegnen und selbst Säuglingen ist ein Zugang zu demokratischen Prozessen und Teilhabe am Alltag zu gewähren. Diese Rechte beginnen nicht erst ab 3 Jahren, sondern sofort!

Durch Partizipation wird schon früh ein Grundstein für das demokratische Verständnis gelegt. Das geht auch schon im Krippenalter! Die Planung des Tages oder die Raumgestaltung werden beispielsweise zusammen mit den Kindern betrachtet. Ideen der Kinder können gemeinsam besprochen und integriert werden. Diese "ausgehandelten Vereinbarungen" können jederzeit wieder neu besprochen und von allen Seiten in den Blick genommen werden. Dabei ist es die Aufgabe der Betreuungspersonen, feinfühlig Veränderungswünsche der Kinder zu erkennen und aufzugreifen und dann gegebenenfalls weitere demokratische Prozesse zu aktivieren.

Das Thema Partizipation wird eher mit Kindern zwischen 3 und 10 Jahren in Verbindung gebracht. Wir sind jedoch der Meinung, dass Partizipation schon am Tag der Geburt beginnt. Natürlich stellt man sich Fragen wie: Wie soll sich ein noch nicht sprachfähiges Kind verständigen? Sind "Abstimmungen" in dem Alter wirklich sinnvoll und wie geht man vor?

Wir sind deshalb sehr froh, dass unser Kooperationspartner, die VHS Cloppenburg, hierzu regelmäßige Fortbildungen für "unsere" Kindertagespflegepersonen anbietet. Wer sich mit Kinderrechten befasst, kommt nicht umhin, das eigene pädagogische Handeln zu reflektieren: Wie ist die Kultur in der Kindertagesstelle bezüglich Kinderrechten? Welche Konzepte können umgesetzt werden?

Wir möchten Eltern wie Tageseltern ermuntern, sich mit dem Thema der Partizipation zu beschäftigen.



Wir Kinder haben Rechte!

Der diesjährige Weltkindertag am 20. September steht unter dem Motto „Wir Kinder haben Rechte!“. UNICEF Deutschland und das Deutsche Kinderhilfswerk unterstreichen mit diesem Motto die Forderung, dass alle Kinder besser über ihre Rechte informiert, dass sie ernster genommen und mehr an der Gestaltung unserer Gesellschaft beteiligt werden müssen.


Quelle: www.unicef.de

Übereinkommen über die Rechte des Kindes ( UN-Kinderrechtskonvention )

Die Beze­ich­nung Kinder­recht­skon­ven­tion ist eine Abkürzung für das Übereinkom­men über die Rechte des Kindes (Con­ven­tion on the Rights of the Child, CRC) und ist das wichtig­ste inter­na­tionale Men­schen­rechtsin­stru­men­tar­i­um für Kinder.

Kinder­rechte sind Men­schen­rechte. Das Übereinkom­men über die Rechte des Kindes gehört zu den inter­na­tionalen Men­schen­rechtsverträ­gen der Vere­in­ten Natio­nen. Die Kinder­recht­skon­ven­tion wurde am 20. Novem­ber 1989 von der Gen­er­alver­samm­lung der Vere­in­ten Natio­nen ver­ab­schiedet. Bis auf einen einzi­gen Staat — die USA — haben alle Mit­gliedsstaat­en der Vere­in­ten Natio­nen die Kinder­recht­skon­ven­tion rat­i­fiziert.


Global Childhood Report 2019: Jedes vierte Kind hat keine Kindheit

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich für Kinder viel zum Positiven verändert. Dennoch haben 690 Millionen Kinder keine Kindheit. Das belegt der Bericht „Meilensteine für Kinder“, den die Kinderrechtsorganisation Save the Children zum internationalen Kindertag am 1. Juni veröffentlicht hat. Er untersucht die Lebensumstände von Kindern in 176 Ländern.

Mindestens 280 Millionen Kinder weltweit haben ein besseres Leben als im Jahr 2000. Sie wachsen gesünder und sicherer auf, haben Zugang zu Bildung, ausreichend Nahrung und sind vor Kinderrechtsverletzungen wie Kinderarbeit oder Frühverheiratung geschützt. Das ist einem veränderten politischen Willen zu verdanken, aber auch sozialen Investitionen und der Umsetzung der UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs). Aber noch immer wird jedes vierte Kind auf der Erde seiner Kindheit beraubt.

Im Bericht wird die Situation von Mädchen und Jungen in 176 Ländern bewertet. Deutschland liegt in der Rangliste hinter Slowenien auf Platz 6, Platz 1 belegt Singapur. Schlusslichter sind Niger, Tschad und die Zentralafrikanische Republik.

690 Millionen Kinder haben keine Kindheit..

Quelle: Fachkräfteportal der Kinder- und Jugendhilfe